1745 wurde das Patrizierhaus von den Geschwistern Bramers erbaut, von denen zwei Geistliche Herren waren, hier zu nennen Jakobus Bramers 1729-1762, Vikar des St. Anna-Altares an dem wöchtenlich drei heilige Messen gelesen werden mußten. Johannes Heinrich Bramers bewirtschaftete später diesen Hof seines verstorbenen Bruders. Er heiratete 1780 Anna Gertrudis Meer aus Kempen, starb jedoch bereits 1786.
Die Witwe Bramers, geborene Meer heiratete schließlich 1789 Johann Heinrich Mertens. Damit kam das Anwesen in den Besitz der Familie Mertens. Johann Heinrich Mertens war im Jahre 1803, während der französischen Herrschaft über den Niederrhein, der Maire (Bürgermeister) von St. Tönis. Er starb 1821.
Nun übernahm die Witwe selbst und anschließend Ihr Sohn Franz Josef Maximilian Mertens Haus und Hof. Nach seiner Heirat mit Maria Catherine Dohr aus Vorst (1840) erbaute er hinter dem Haupthaus im Jahre 1858 Scheunen und Wirtschaftsgebäude. Noch heute sind auf einem Stein diese Namens-Inschriften zu lesen ( F.M. - M.C.D )
Sein Sohn Franz Johann Heinrich Mertens wurde im Jahre 1861 nach seines Vaters Tod der neue Guts- und Mühlenbesitzer. Er war 1. Beigeordneter der Gemeinde St. Tönis und stellv. Vorsitzender des
Kirchenvorstandes. 1883 ehelichte er die in Vorst geborene Anna Maria Sophia Wittlings.
1921 übernahm die Witwe Anna Sophia Mertens die Besitztümer, welche später auf Ihren Sohn Georg Johann Heinrich Mertens übergingen. Im hohen Alter von 96 Jahren starb er 1981 in St.Tönis.
In diesem Jahr wurde das Haus auch in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen und von der Stadt erworben. Diese verkaufte das Anwesen zu 80 % an einen Investor, welcher auf der Bausubstanz von 1745 und 1858 das jetzige Hotel-Restaurant entstehen ließ.
Im unteren, linken Flügel, von der Kirche kommend, befindet sich heute eine Begegnungsstätte für Senioren.
Ende September 1988 wurde auf dem Dachboden des Wirtschaftsgebäudes eine Grabplatte gefunden welche der Familie Mertens im Jahre 1847 Seitens der Kirche übergeben wurde. Diese stammte vom eingeebneten Friedhof.
Die Inschrift lautet: "Anno 1709 den 27. März starb der ehr- und achtbare Conrad Mertens, gewesener Bürgermeister zu St. Thönis".
Diese Grabplatte befindet sich heute eingelassen an der Seite des alten Herrenhauses.
Das Herrenhaus ist heute das älteste äußerlich unveränderte Wohnhaus (1745) in St. Tönis.
(Quelle St. Töniser Heimatbrief 132/1994)
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